NAHOST: Buddhisten-Organisation SGI drängt zu Abschaffung von Kernwaffen

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Von Jamshed Baruah

Berlin, Tokio (IPS/IDN*) – Die Volksaufstände in der arabischen Welt und die Unberechenbarkeit der politischen Lage hat den prominenten Buddhistenführer Daisaku Ikeda veranlasst, die Atommächte aufzufordern, das Ziel der nuklearen Abrüstung der Region Nahost nicht aus dem Blickfeld zu verlieren.

"Im Nahen Osten lässt sich Stabilität nur durch nukleare Abrüstung erreichen", zeigte sich Ikeda, Präsident der zwölf Millionen Mitglieder zählenden Organisation 'Soka Gakkai International' überzeugt. An die Weltgemeinschaft richtete er den Appell, die Voraussetzungen für Verhandlungen zu schaffen, die die Region zu einer Zone bar jeder Atom- und Waffenvernichtungswaffen machen sollen.

Diese Voraussetzungen müssten unverzüglich geschaffen werden, sagte Ikeda gegenüber dem Analysendienst IDN-InDepthNews. Der Grund: "Es ist bei weitem nicht sicher, dass die internationale Konferenz für eine atom- und massenvernichtungswaffenfreie Zone Nahost, wie auf der letzten Konferenz zur Revision des Atomwaffensperrvertrags (NPT) vereinbart, 2012 tatsächlich stattfindet oder zum Erfolg führen wird." Die NPT-Überprüfungskonferenz hatte im Mai 2010 am Sitz der Vereinten Nationen in New York stattgefunden.

Dass nicht klar ist, ob die für 2012 geplante Konferenz zur Region Nahost stattfindet, unterstreicht nach Ansicht Ikedas den Bedarf zusätzlicher Bemühungen, um die Dialogvoraussetzungen zu schaffen. Der Buddhistenführer hält informelle Gespräche über ein Aufrüstungsmoratorium für Massenvernichtungs- und Atomwaffen für sinnvoll. Auch vertritt er die Ansicht, dass die Hindernisse auf dem Weg zu einer Nahostkonferenz die verstärkte Unterstützung der internationalen Gemeinschaft nur noch dringlicher machen.

Besondere Rolle Japans

"Ich würde mir insbesondere von Japan wünschen, das selbst Opfer eines Kernwaffeneinsatzes geworden ist, dass es sich aktiv für das Inkrafttreten des Umfassenden Teststoppvertrags (CTBT) und für die atomare Abrüstung Nordostasiens einsetzt", betont Ikeda in seinem 'Friedensvorschlag 2011'. Darüber hinaus hält er für denkbar, dass sich Indien und Pakistan auf ein bilaterales sowie Ägypten, Iran und Israel auf ein trilaterales Abkommen zum Verzicht auf die Verwendung von Atomwaffen einigen.

In Nordostasien ließen sich seiner Meinung nach die Verhandlungen durch Sechs-Parteien-Gespräche zugunsten eines Abkommens vorantreiben, in dem USA und China das CTBT ratifizieren. Die Sechs-Parteien-Gespräche würden neben USA und China auch die Länder Nordkorea, Südkorea, Japan und Russland beinhalten.

Seit dem ungeklärten Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes Cheonan und Bombardement der südkoreanischen Insel Yeonpyeong durch Nordkorea im letzten Jahr haben sich die politischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder verschärft. Nach Ansicht Ikedas müssten alle denkbaren diplomatischen Bemühungen aufgebracht werden, um die Situation zu entspannen und Frieden und Stabilität in der Region herzustellen. (Deutsche Bearbeitung: Karina Böckmann | 04-03-2011)

*Der von 'Global Cooperation Council' und 'Globalom Media' erstellte Informations- und Analysendienst IDN-InDepthNews ist Partner von IPS-Deutschland.

Links:
http://www.sgi.org/sgi-president/proposals/peace/2011.html
http://org2.democracyinaction.org/o/6357/p/dia/action/public/?action_KEY=5786
http://www.indepthnews.net/news/news.php?key1=2011-03-01%2021:08:34&key2=1

 

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